vermiedene Netznutzungsentgelte

Die vermiedenen Netznutzungsentgelte entstehen durch den Anschluss einer dezentralen Erzeugungsanlage an ein Stromnetz. Die dezentrale Erzeugungsanlage trägt dazu bei, dass weniger Arbeit und Leistung aus der vorgelagerten Netzebene bezogen werden muss. Somit entstehen dem Netzbetreiber weniger Kosten bei dem Bezug aus der vorgelagerten Netzebene. Diese Ersparnis der Netznutzung soll dem Anlagenbetreiber einer dezentralen Erzeugungsanlage als Gutschrift vergütet werden.

Ein Bestandteil der Vergütung für BHKW- Anlagen sind somit die vermiedenen Netznutzungsentgelte (vNNE). Diese teilen sich in zwei Kategorien auf:

  1. vermiedene Netznutzungsentgelte für die Vermeidungsarbeit
  2. vermiedene Netznutzungsentgelte für die Vermeidungsleistung

Die Berechnungsgrundlage der vermiedenen Netznutzungsentgelte ist dem Kalkulationsleitfaden zu § 18 Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) zu entnehmen.

vermiedene Netznutzungsentgelte für die Vermeidungsarbeit

Der Anlagenbetreiber bekommt für die eingespeiste individuelle tatsächliche Arbeit der BHKW Anlage in das Stromnetz ein Arbeitsentgelt ausgezahlt. Das Arbeitsentgelt ist dem Preisblatt des vorgelagerten Netzbetreibers (TEN Thüringer Energienetze GmbH) zu entnehmen (http://www.thueringer-energienetze.com/Kunden/Netznutzung/Netzentgelte/Strom.aspx). Der Preis richtet sich nach dem Anschluss der Energieversorgung Inselberg GmbH an das Netz der TEN Thüringer Energienetze GmbH. Somit handelt es sich um das Preisblatt für Netzentgelte für Entnahmestellen mit einer ¼ h Leistungsmessung, Benutzungsdauer ≥ 2.500 h/a, Arbeitspreis in der Entnahmeebene Umspannung in Niederspannung. Wäre die dezentrale Erzeugungsanlage nicht an das Netz der EVI angeschlossen, müssten wir in diesem Segment einen höheren Preis für den Bezug bezahlen.

Vermiedene Netznutzungsentgelte für die Vermeidungsleistung

Gemäß § 18 Absatz 3 Satz 3 StromNEV muss das Entgelt für die vermiedene Netznutzung der Leistung nur ausgezahlt werden, wenn eine Leistungsmessung vorhanden ist. In § 9 EEG 2017 sind die technischen Vorgaben geregelt, dass Anlagenbetreiber und Betreiber von KWK-Anlagen ihre Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 Kilowatt mit technischen Einrichtungen ausstatten müssen, mit denen der Netzbetreiber jederzeit

1. die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann und
2. die Ist-Einspeisung abrufen kann.

Bei kleineren Anlagen ist eine Standardlastprofilmessung ausreichend.

Berechnung der vermiedenen Leistung und des Entgeltes

Die Vermeidungsleistung ist die Differenz zwischen der zeitgleichen Jahreshöchstlast aller Entnahmen und der maximalen Bezugslast des Jahres. Dabei kann es sich um die Differenz zweier zeitungleicher Leistungen handeln. Sind die Voraussetzungen für die Vergütung der vermiedenen Netznutzungsentgelte im Bereich der Leistung erfüllt, hat der BHKW-Anlagenbetreiber ein Wahlrecht zwischen zwei verschiedenen Vergütungsverfahren:

  1. Verfahren auf Basis der tatsächlichen Vermeidungsleistung
  2. Verfahren auf Basis verstetigter Vermeidungsleistung.

Die Verfahrenswahl sollte schriftlich vor Beginn des Abrechnungsjahres bei dem zuständigen Netzbetreiber beantragt werden. Erfolgt keine Verfahrenswahl, wird der Anlagenbetreiber automatisch im Verfahren auf Basis der tatsächlichen Vermeidungsleistung abgerechnet.

Unabhängig von der Verfahrenswahl erfolgt zunächst die Berechnung der gesamten vermiedenen Netzentgelte im Bereich der Leistung für die Energieversorgung Inselsberg GmbH. Danach erfolgt die Aufteilung je nach Verfahrenswahl und je Anlagenbetreiber.

Unterjährig kann nur die Vergütung der vermiedenen Netznutzungsentgelte in Bezug auf die Arbeit gewährt werden. Die Vergütung der vermiedenen Entgelte für die Leistung ist erst am Ende eines Geschäftsjahres zu berechnen, da die Grundlagen für die Bestimmung der Jahreshöchstlast usw. erst zu diesem Zeitpunkt bestimmbar sind.

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